ZAUBER DER GITARRE IN MUSIK UND POESIE

Unter dem Motto:
"Er hieß die Dichtkunst tönen und reden die Musik"
( Grillparzer über Schubert )
stellen Frau Christine Vonderschmitt und der bekannte Gitarrist Leon Kappa ihr neues Programm vor.
Christine Vonderschmitt mit Leon Kappa im Alten Schlachthof





Die RHEINPFALZ schreibt:
"ICH
FREUE MICH, DASS ICH MICH FREU' "
Text und Musik in der Rochuskapelle Hohenecken
- Von Andreas Keller -
Die Liebe als die stärkste emotionale Regung des Menschen, die Freude als sein erstrebenswertestes Ziel, das Licht als eines der grundlegendsten Prinzipien des menschlichen Seins - auch wenn man diese fundamentalen Dinge des Lebens in ihrer jeweiligen bedeutung vertauscht, so bleiben sie doch elementar für den Einzelnen wie für die gesamte Menschheit. Nicht zufällig sind und waren die meisten Lieder auf dieser Welt Liebeslieder, ist das Licht fester Bestandteil vieler Weltreligionen, steht das Streben nach Freude und persönlichem Glück sogar in der Verfassung vieler Länder.
Zu welcher wirkenden Vollkommenheit müsste sich wohl ein Vortrag mit Texten zu diesen Themen entwickeln, wenn er mit Musik - einer weiteren elementaren Wesenheit unseres Lebens - unterlegt, kommentiert und getragen würde? Vom tatsächlichen Ergebnis eines solchen Ereignisses konnte sich am Sonntagabend ein hoch interessiertes Publikum in der bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz besetzten Rochuskapelle in Hohenecken überzeugen.
Beim Kulturprogramm des kleinen Gotteshauses ergänzten sich hier der Gitarrist Leon Kappa und die Vortragende Christine Vonderschmitt zu einer nahelos fugenlosen Einheit von hohem Anspruch und ebensolchem Unterhaltungswert. Inhaltlich breit gestreut waren die Texte, die Christine Vonderschmitt für ihre Rezitation zusammengestellt hatte.
Sie reichten ihrer Entstehungszeit nach über mehrere Jahrhunderte, deckten zwischen Lyrik und Prosa unter anderem Barock, Romantik, Klassik und Moderne ab, zitierten den hehren Friedrich Schiller ebenso wie den launigen Eugen Roth, begegneten dem Prinzip "Hoffnung" in einem Text von Novalis genau so wie der Liebe zur Natur und der "Freude an der Freude" in einem Text der Autorin Mascha Kaleko (1907 bis 1975): "Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne / und an das Wunder niemals ganz gewöhne. / Dass alles so erstaunlich bleibt und neu! / Ich freue mich, dass ich... dass ich mich freu'.
"So eindringlich, so zeitlos schön und aussagekräftig die Texte auch aus sich heraus schon gewesen sein mögen, so gewannen sie dennoch noch einmal deutlich an Struktur und innerer Dynamik, indem Leon Kappa ihnen durch seine musikalische Umsetzung auf der akustischen Gitarre - sei es unmittelbar nach dem Vortrag, sei es schon während der Rezitation - eine Art klingende Fortführung angedeihen ließ. Kappa leistete seine in Stimmung und Emotion in der Regel eins-zu-eins-adäquaten Umsetzungen der Textaussagen in technisch tadelloser Weise.
Gefühlvolle Passagen, rasende, eruptive Läufe, glitzernde Glissandi und silbrig-helle Tonmalereien, die auch schon mal die ansonsten nie bespielten Saitenabschnitte ganz oben außerhalb des regulären Griffbretts beinhalteten, vereinigten sich an diesem Abend zu einer den gesamten Raum wohlig füllenden Klangkunst zwischen spanischer Provenienz, klassischer Gitarre und jazzoider Saiten-Zauberei. Dabei sorgten auch launige Gestaltungselemente wie plötzliches Füßestampfen sowie ungewöhnliche Interpretationen bekannten Liedguts wie etwa Matthias Claudius' (auch textlich) zeitlosem "Abendlied" ("Der Mond ist aufgegangen") für anhaltenden Beifall - der letztlich so stark war, dass Leon Kappa zum Schluss noch einmal kräftig auftrumpfte und einen ausgedehnten Zugabenteil gewährte.
INFO: Christine Vonderschmitt
Referentin
in der Erwachsenenbildung
Logotherapeutin u. Existenzanalytikerin
Kurt-Schumacher-Str 76
67663 Kaiserslautern
Fax: 0631 4148141
Tel.: 0631 3110320
E-mail: Vonderschmitt@bipol.de
Musikbiografische, -psychologische und -philosophische Vorträge, Seminare.
Einführungen in Oper, Konzert und Kunstlied, Singkreise zur Gitarre.
Freude, Entspannung, Verinnerlichung durch Musik und Wort

Musik - Dichtung - Lebensorientierung
Seit vielen Jahren bin ich in verschiedenen Einrichtungen der Erwachsenenbildung
im Bereich Musik - Dichtkunst - Lebensorientierung tätig. Immer wieder
mache ich die Erfahrung, dass Menschen über Klänge, d.h. des tiefen
bewussten Wahrnehmens der (klassischen) Musik im emotionalen Bereich gut bis
hervorragend erreichbar sind. Mehrmals öffnen sich in meinen Seminaren
und Vorträgen bei meinen Zuhörern, wie sie mir schildern, bereits
verhärtete Schleusen. Sie werden in ihrer Innenwelt besonders zugänglich
und berichten sehr viel Erfreuliches. Auch dass sie durch die Musik in eine
gute vegetative Entspannung kommen, Musik als Kraftquelle erfahren und sie dann
auch im Alltag nutzen.
Ich finde gerade in der heutigen Zeit mit ihrer Reizüberflutung und Gehetztheit,
mit dem Konkurrenzkampf zwischen Mensch und Maschine ist dies eine schöne
Errungenschaft. Die Geschwindigkeit, mit der sich die inneren und äußeren
Lebensumstände verändern, wird zu Beginn des 21. Jahrhunderts immer
stärker empfunden. So wird die Technisierung für viele Menschen einerseits
zum Segen, andererseits zum Schicksal.
Ein weiterer Aspekt meiner Arbeit ist das gründliche Kennenlernen der Musiker-(Künstler)-Persönlichkeit
und des analytischen Hörens seiner Werke im emotionalen, sinnenhaften Erleben.
Dazu zählt auch das bewegende Element, das erstaunlicherweise meist gerne
praktiziert wird und als sehr befreiend und lösend erlebt wird.
Insbesondere ist mir wichtig, auch das Verstehen des "Kunstliedes"
, des wohl höchsten Ausdrucks von Komposition, Dichtung, Interpretation
und letztlich Lebensphilosophie, d.h. Musik und Wort werden als ganzheitliche
Form der menschlichen Sprache erfahren. Der Künstler wird zum Symbiont
von Wesen und Wissen.
Ich arbeite mit den Interessenten an der profunden Eigen-Reflexion und der daraus
sich erspürenden eigenen Kreativität und Sinnhaftigkeit, was sehr
förderlich ist. Seit einiger Zeit und nach meiner Ausbildung in Logotherapie
und Existenzanalyse nach Viktor Frankl, verbinde ich diese Psychotherapie- und
Philosophie-Form, die zur "Dritten Wiener Schule der Psychotherapie"
gehört, mit Kunst - Musik und Dichtung. Dazu gehört u.a. auch der
"therapeutische Humor", ein Bereich, den die Teilnehmer besonders
schätzen.
Logotherapie ist eine wissenschaftlich anerkannte, sinnzentrierte Form der Psychotherapie.
Sie wurde vom Wiener Universitätsprofessor V.E. Frankl begründet

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