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Die Rheinpfalz schreibt:
LYRIKER UND HEXENMEISTER

Leon Kappa dokumentiert mit neuem Silberling vielseitige Virtuosität

- Von Walter Falk -

Er spielt nicht Segovia, nicht Tarrega, Manuel de Falla oder Villa-Lobos. "Leon Kappa spielt Leon Kappa": Das ist auch der Titel der neuen CD des Obermohrer Gitarrenvirtuosen, die pünktlich zu seinem Konzert am Freitag, 27. Oktober, in der Landstuhler Stadthalle erscheinen soll.

Der "Paganini der Gitarre" outet sich in 16 Eigenkompositionen mal als hochsensibler lyrischer Poet, mal als Hexenmeister, den offensichtlich der Teufel geritten hat. Beispiel: die letzte Nummer "Ekstase". Die flirrende Musik versetzt in einen Hochgeschwindigkeitsrausch. Beim irrlichternden Feenflug in dunkler Nacht tauchen seltsame Spukgesichter auf. Ganz und gar nicht Nachbeter überkommener Formen ist Kappa dabei. Er hat Elemente und Techniken entwickelt, die in keinem Lehrbuch stehen. So trommelt er mit den Fingern auf dem Korpus einen perkussiven Rhythmus, während der Daumen die Melodie spielt. Wie ein überdrehter Speedy Gonzales geht das los.

Keine Scheu vor Klangexplosionen a la de Plata, seinem spanischen Freund und Vorbild, dem er diesen Titel gewidmet hat, zeigt Kappa im vorletzten Titel "Majic Andaluzia". Ein knallbuntes Feuerwerk, das sämtliche expressiven Möglichkeiten des Genres aufzeichnet.

Gleich darauf jedoch nimmt uns der Gitarrist zu lyrischen Klangmeditationen mit in einen Blumengarten. Naturwissenschaftliche Präzision begegnet spekulativer Phantasie. Kappa erzählt dabei Geschichten. Sie haben ein Geheimnis. Das hört man, das entdeckt man auf Schritt und Tritt: Das Realistische schlägt, im Vorübergehen, im Innehalten, ins Phantastische um.

Mit "Luna bailador", dem "Mondfenster", startet die für Kappa so typische "singende Gitarre". Auch diese "Jekyll und Hyde"-Kombination gerät mit dem gleichzeitig gespielten Staccato und Legato zu einem unverkennbaren Markenzeichen: Während er im Bass abgehackte Linien zupft, spielen die übrigen Finger obendrüber zugleich eine lyrisch-zarte Melodie; das Ganze endet abrupt mit einem Golpe-Schlag. "Improvisiert ist da gar nichts", sagt Kappa, "alle Stücke sind akkurat durchkomponiert."




Drei Melodien gleichzeitig spielt er in dem zweiten Stück, "tardus mysticus", das mit einem perkussiven Schlag endet, indem er die Saiten kurz und kräftig anreisst. Jedes Stück zeigt eine andere Eigenart. "La Gatta", die Katze, ist mal unberechenbar, kratzbürstig, aggressiv (als Mazurka gespielt), mal schnurrend und liebesbegierig und am Ende gar böse.

Viele seiner Geschichten handeln von Namibia, ehemals Deutsch-Südwest-Afrika, das er mehrmals besucht hat. Verzaubern liess er sich von dem "Klingenden Licht", der Einsamkeit und Weite der Wüste, von den stampfenden Hereros (in "modswala"), die er mit bewussten Disharmonien darstellt, von der Freude über die erfolgreiche Tournee mit einem Ruhe verbreitenden Tremolo in der "Night in Windhoek" oder von der Nacht in der Namib-Wüste in "Wüstenwind". Da spazieren die Finger durch den gesamten Quintenzirkel und erzeugen einen Strudel von Bewegungsabläufen, deren innere Gesetzmässigkeiten geheimnisvoll sind.

Das Album kann man gar nicht oft genug hören, um immer neue Konstellationen und Konzentrationen zu entdecken. Die Inspirationsquellen Kappas scheinen unerschöpflich, ebenso seine Klangfarbenphantasie. Das Klanggeschehen steigert sich sukzessiv. Der Hexensabbat eskaliert in der "Hommage an Paganini" zur ekstatischen Raserei, stellt den angeblichen Exzentriker aber auch in seiner ganzen Sensibilität dar.

Was den Silberling zum Goldstück macht, ist die Aufnahmetechnik von Ton-Ingenieur Ronald Schwarz, Kaiserslautern, in seinem Tonstudio in Schwedelbach, wodurch Kappas Edelinstrument, die "Ramirez", erst richtig zum Klingen kommt. "Eine Konzertgitarre aufzunehmen ist das Schwierigste, was es gibt", betont Schwarz. "Das Problem sind die explosionsartigen Attacken im Obertonbereich und andererseits die sekundenlangen Nachschwingungen des Resonanzkörpers."

Die Charakteristik des Instruments zu erhalten, gelingt Schwarz so gut, dass die Scheibe wie ein Live-Konzert klingt. Ein halbes Jahr lang haben die Beiden alle zwei Tage bis zu fünf Stunden dafür experimentiert. Mit einer 24-Bit-Auflösung und der 96 khz-Sampling-Frequenz wird die vierfach höhere Auflösung gegenüber der normalen CD erreicht.

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Tour & Konzertmanagement Judith Kürwitz
handy 0151-11669881 fon 06374-992284 fax 06374-992285
e-mail: leonkappa@freenet.de

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